Mittwoch, 25. Mai 2011
Ein Mann, der den Frieden nicht wollte
Die Rede des Premierministers Israels Benjamin Netanjahu wurde mit großen Worten angekündigt. Er werde einen „neuen Friedensplan“ vorlegen. Große Worte, die der Premierminister, der Oberbefehlshaber der israelischen Streitkräfte nicht einhalten konnte oder nicht wollte?

Eher eine „Kriegserklärung“ als ein Friedensplan sei es gewesen laut enger Vertrauter von Abbas. Die essentiellen Punkte des Plans von Netanjahu beinhalten NICHT an die Grenzen von 1967 zurückzukehren, KEINE Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, KEINE Teilung Jerusalems und die absolute DEmilitarisierung Palästinas. Viele verneinde Begriffe für einen Friedensplan. Das Präfix „De“ und das Pronomen „kein“ stehen nicht unbedingt für Eingeständnisse oder ein Entgegenkommen. So stehen sie doch eher für Ablehnung und Verweigerung. Sollte ein sogenannter „Friedensplan“ eigentlich nicht genau das Gegenteil beinhalten?
Es wurden auch sehr kritische Stimmen der Opposition in Israel laut, die Netanjahu vorwerfen, Israel in einen neuen Konflikt zu manövrieren, indem er die Einigung mit den Palästinensern von vornherein zunichtemacht.

Lord Dubs schrieb in einem offenen Brief an das Oberhaus in Großbritannien, dass er nach seinem Besuch im Westjordanland viel Leid und Elend gesehen habe. Er schreibt in seinem Brief über die Missstände der israelischen Militärgerichte und der Gefängnisse. In diesen Gerichten wurden in den letzen Jahren durchschnittlich 700 Kinder verurteilt und zurzeit sitzen noch circa 222 Kinder und Jugendliche in israelischen Gefängnissen. Die Verhandlung würden nur auf Hebräisch geführt und meist schlecht bis gar nicht für die palästinensischen Angeklagten übersetzt. Lord Dubs kritisiert die Zustände, die die einzige „Demokratie“ in dieser Region als Gerechtigkeit bezeichnet. Er beschreibt einen von ihm besuchten Gerichtsprozess, indem ein 14-jähriger Jugendliche für das Werfen von Steinen auf einen gepanzerten Wagen des israelischen Militärs aufgrund von unbestätigten Aussagen zu 60 Tagen Haft verurteilt wurde. Seiner Meinung nach eine Überreaktion eines verunsicherten und machthaberischen Staates. Er beklage die unzureichende Umsetzung der Menschrechte.

Es gibt viele Beispiele, in denen Israel versucht so etwas totzuschweigen oder die Kritik dann als Antisemitismus zurückweist. Seit diesem Jahr dürfen israelische sowie palästinensische Organisationen oder einzelne Zivilisten den palästinensischen Gedenktag der Vertreibung (Nakba) nicht mehr begehen. Viele israelische Stimmen und somit nicht nur palästinensische Stimmen haben dies kritisiert und die Legimatisierung dieses Gesetztes in Frage gestellt. Die Organisation Zochrot (hebr.: Erinnern), die Israelis das Schicksal der Palästinenser näher bringen und somit Verständnis bewirken und die zunehmende Radikalisierung stoppen will, wurde auch von diesem Verbot getroffen.

Die Willkür und die Propaganda Israels ziehen weitere Kreise. Am 21. Dezember 2010 wurde die französische Friedensaktivistin Olivia Zémor am Flughafen in Tel-Aviv vom Mossad festgenommen. Seitdem hat ihre Organisation „CAPJPO-Europalestine“ von ihrer Vorsitzenden nichts mehr gehört. Sie wird vom Mossad an einem unbekannten Ort und ohne jeglichen Grund festgehalten. Dies zieht einige Parallelen zur Verschleppung Ai Wei Weis, jedoch mit einem großem Unterschied: Es gab in diesem Fall so gut wie keine mediale Präsenz. Es wurde und wird immer noch nicht berichtet oder kritisiert.

In einem Interview mit dem Online-Nachrichtendienst "counterpunch" sagt Ilan Pappé, ein Professor für Social Science and International Studies an der University of Exeter, dass Israel definitiv keine Demokratie sei und nennt dabei diese drei folgenden Punkte als Argument:

•A country that occupies another people for more than 40 years and disallow them the most elementary civic and human rights cannot be a democracy. A country that pursues a discriminatory policy against a fifth of its Palestinian citizens inside the 67 borders cannot be a democracy.
•On almost every level from official legislation through governmental practices, and social and cultural attitudes, Israel is only a democracy for one group, one ethnic group, that given the space that Israel now controls, is not even a majority group anymore, so I think that you'll find it very hard to use any known definition of democracy which will be applicable for the Israeli case.
•In fact Israel is, what we use to call in political science a herrenvolk democracy, its democracy only for the masters. The fact that you allow people to participate in the formal side of democracy, namely to vote or to be elected, is useless and meaningless if you don't give them any share in the common good or in the common resources of the State, or if you discriminate against them despite the fact that you allow them to participate in the elections.

Israels Lobby ist nicht nur in den USA allgegenwärtig, sondern spielt auch hier eine große Rolle. In Düsseldorf wurde erfolgreich eine Ausstellung zum Nahost-Konflikt von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf verboten. Michael Szentei-Heise, der Vorsitzende dieser Gemeinde, hatte diese Beschwerde beim Oberbürgermeister Düsseldorfs eingereicht und so die Ausstellung verhindert. Der Grund für seine Beschwerde war der nicht thematisierte Sechs-Tage-Krieg und die angebliche Schuldzuweisung an Israel für das Leid und das Elend im Nahen Osten. Dies ist aber falsch. Tatsache ist, dass der Sechs-Tage-Krieg genauso behandelt wurde wie jeder andere Konflikt in den letzten 60 Jahren. Auf eine zweite Anhörung verzichtete der OB. Michael Szentei-Heise ist übrigens auch der Mann, der DB-Chef Mehdorn als „Führer der Reichsbahn“ beschimpfte. Die Klage Mehdorns wegen Beleidigung wurde abgewiesen mit der Begründung, dass es die Meinungsfreiheit dieses Mannes sei, so polemisch oder drastisch sie auch sei. Eine besondere Form der Scheinheiligkeit.
In Freiburg gelang es den Gegnern der Nakba-Ausstellung nicht diese zu verbieten. Ganz im Gegenteil sogar führte dies zu einer höheren Besucherzahl.

Ich gehe davon aus, dass die meisten von euch diese oben genannten Ereignisse nicht kannten und so wollte ich euch, bevor ich tatsächlich auf den Nahost-Konflikt eingehe, zeigen, dass ihr manchmal tiefer bohren müsst, um die politische Lage dort zu erkennen.

Zuallererst ist festzustellen, dass ich weder mit der Hamas noch mit ihren Taten sympathisiere, aber Verständnis zeige für die palästinensische Bevölkerung. In einer Diskussion hat mich jemand mal gefragt, was ich machen würde, wenn jemand entscheidet ,wann du wohin gehen darfst, wann und wie viel Lebensmittel und Getränke du bekommst, wenn dir elementare arabische Kulturgüter wie der obligatorische Tee oder Kaffee verweigert werden und eine Mauer vor deinem Haus gezogen wird und diese dich von deiner Arbeit trennt und du somit nicht mehr zur Arbeit gehen kannst. Daraus folgt, dass du kein Geld mehr verdienst und somit deine Familie und dich nicht mehr ernähren kannst. Gehst du dann auf die Straßen?
Cenk Uygur (Moderator der politischen Sendung: „The Young Turks(TYT)) hat diese Auffassung der demonstrierenden Menschen noch weiter gesponnen, aber den Weg der Palästinenser scharf kritisiert. Man solle sich ein Beispiel an anderen Bürgerrechts- und Befreiungsbewegung wie der gewaltlosen Civil Rights Movement unter Martin Luther King Jr. oder der Freiheitsbewegungen Gandhis und Mandelas. Diese drei Menschen haben ihre Forderungen gewaltfrei durchgesetzt. Durch die Selbstmordanschläge oder die Raketenangriffe auf Haifa entzieht sich die Hamas jeglicher Glaubwürdigkeit. Nehmen wir an, die Menschen in Gaza und im Westjordanland würden gewaltfrei auf die Straßen gehen, keine Steine werfen, keine Flaggen verbrennen und friedlich marschieren, dann könnten und dürften die westlichen Staaten, die diese Apartheid mitfinanzieren, nicht mehr wegschauen und es würde Israel unter viel größeren Druck setzen. Vielleicht würde es sogar zur Entspannung in der gesamten Region kommen. Dies ist die eine Seite, denn mehr können diese Menschen dort eigentlich nicht machen. Sich gegen die israelischen Besatzer militärisch zu wehren, ist mehr als aussichtslos und das gilt für alle Staaten in der dortigen Region.
Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem starben in den letzten 20 Jahren 7.400 Menschen auf palästinensischer und 1.483 auf israelischer Seite. In diesen Jahren wurden 4.300 Häuser im rechtmäßigen Palästina von Israels Armee zerstört, wobei sich die israelischen Siedlungen auf rechtmäßigen palästinensischen Boden verdreifacht haben. Es ist also ganz klar von einer Besatzung zu sprechen.

Jetzt zu den Forderungen bzw. Netanjahus Verweigerungen:
Die Forderung nach einer Demilitarisierung von Palästina ist eine Farce. Ein Staat hat das Recht auf die Verteidigung ihrer Grenzen laut UN-Charta. Außerdem ist es dann im Falle eines Staates Palästina ein Eingreifen in die internen Angelegenheiten eines anderen Staates. Mal ganz ehrlich, würdet ihr euch nicht bewaffnen, wenn euer Nachbar euch mehrere Jahrzehnte in eurem eigenen Haus mit militärischer Überlegenheit schikaniert und euer Haus besetzt und sich dann nach zähen Verhandlungen doch wieder in sein Haus zurückzieht?
Was ist das überhaupt für eine Forderung, dass die palästinensischen Flüchtlinge nicht in ein neugegründetes Palästina zurückkommen dürfen? Wurde so der israelische Staat nicht gegründet? Durch die jüdische Diasporra? Diese Forderung ist nicht nur völkerrechtlich völlig lächerlich, sondern entzieht sich auch jeglicher Logik.
Die Verweigerung der Teilung Jerusalems ist reine Schikane Israels. In den Verträgen von 1948 und 1967 wurde festgelegt, dass Ostjerusalem die Hauptstadt von Palästina sein sollte. Dies wurde jedoch durch die immer wiederkehrenden Kriege zunichte gemacht. Die Mauer tat ihr übriges.
In den letzten 50-60 Jahren haben die Palästinenser immer wieder Eingeständnisse gemacht, haben palästinensische durch Israel besetze Gebiete Israel zugesprochen, haben die Mauer, die NUR auf palästinensischen Boden steht, "akzeptiert" (denn mehr konnten sie ja nicht machen), wären Sie jetzt nicht mal in der Position Zugeständnisse zu tätigen, Herr Netanjahu?
Es ist Kolonialpolitik wie sie im 19.Jahrhundert herrschte. Besatzung von Hoheitsgebieten und Unterdrückung im großen Stile. Israel provoziert und die Hisbollah oder Hamas reagiert auf diese mit Gewalt. Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Israel diese Gewaltaktionen braucht, um ihre Politik durchboxen und „legitimieren“ zu können. Sonst würde nicht auf ein Selbstmordattentat die Zustimmung für einen weiteren Siedlungsbau folgen. Einstimmig ist die Verurteilung von Gewalt, aber ebenso klar und einstimmig und konsequent muss Netanjahu gesagt werden, dass die Politik Israels, der Siedlungsbau, allen völkerrechtlichen Bestimmungen widerspricht, also rechtswidrig und provokant ist. Netanjahu provoziert Gewalt. Die deutsche und europäische Politik muss endlich auch Klarheit gegenüber Israel schaffen: zwei Staaten mit den Grenzen von 1967, Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staates, Freilassung palästinensischer politischer Häftlinge, sofortige Einstellung und Rücknahme des Siedlungsbaus. Eine solche deutsche und europäische Politik hilft, weitere Opfer im Nahen Osten zu vermeiden. Statt die Besatzungspolitik fortzusetzen, muss eine Neubestimmung der Nahostpolitik stattfinden. Dazu ist die Netanjahu-Regierung offensichtlich nicht in der Lage. Neubestimmung der Nahostpolitik ist die aktuelle Herausforderung für die Vereinten Nationen, für die EU und für die deutsche Außenpolitik.

…aber ob wir das noch erleben werden?



Donnerstag, 5. Mai 2011
Politically Incorrect - Polemik in seiner reinsten Form!
Durch Zufall bin ich heute auf die Seite www.pi-news.net gestoßen und ehrlich gesagt, hab ich nicht schlecht gestaunt wie man mit Übertreibungen, Verallgemeinerung und purem Hass andersdenkende oder –gläubige in seiner reinsten Form diffamiert. Das Blog beschreibt sich selbst „proamerikanisch“ und proisraelisch“. Man mache dort „News gegen den Mainstream“ und jetzt kommt das Paradoxe zu den ganzen Artikeln, die man dort lesen kann: „Für Grundgesetz und Menschenrechte“. Ich will nun erst einmal diese beiden letzten Punkte hinterfragen, bevor ich hier meinen überschwänglichen Hass auf diese Seite herunterlasse. Herunterlassen, richtig gehört, denn um so ein Niveau auf Augenhöhe begegnen zu wollen, müsste ich meine Augen rausreißen und auf den Boden werfen müssen. Kurz gesagt: Es ist so undifferenziert geschrieben, dass man keine Zweifel hat, was dieses Portal für einen Zweck erfüllen möchte.
Das Grundgesetz und die Menschenrechte werden gerne benutzt, um seine freie Ausfaltung zu rechtfertigen. Vor allem rechtsradikale Gruppen oder hetzerische Artikel in den Massenmedien werden dann sehr schnell vorlaut, wenn es um einige Aussagen oder Passagen geht, in denen sie vielleicht über die Stränge geschlagen haben. Es wird dann darauf gepocht, dass wir in einer Demokratie leben und hier Presse- und Meinungsfreiheit gelte. Die Legislative sagt dazu ganz klar:

Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu
verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die
Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden
gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Es ist klar und unmissverständlich. Ich darf sagen und schreiben, was ich will und kann mich immer auf diesen Artikel beziehen. Nur gibt es einen kleinen Haken, denn der Gesetzgeber hat trotz der großzügigen Freiheit, die sie in diesem Absatz zulässt, die Pressefreiheit doch eingeschränkt.

Absatz 2, gleicher Artikel:
„Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“

Wenn ich also jemanden beleidige oder grund-, belang- und beweislos einer Straftat beschuldige, gehe ich zu weit und könnte genau wegen diesem Absatz vor Gericht stehen. Mir geht es vor allem um den letzten Teil des Satz. Merkt euch das genau, denn dieser wird noch in meiner weiteren Beweisführung erheblich.

Nun zum Artikel, den meine Freunde von der pi-news zum Besten gaben. Am kommenden Samstag tagt die Konferenz der Palästinenser in Europa zum neunten Mal in Wuppertal. Ein kleines Folklore-Fest der palästinensischen Art mit Gastrednern und Seminaren zur Kultur und Geschichte wird von den in der Diaspora lebenden Palästinensern stattfinden. Ein Fest, dass den „Proisraelis“ der pi-news gar nicht schmeckt. Sie titelt sogleich „Hitlers Erben tagen in Wuppertal“. Der Organisation wird vorgeworfen, dass „gesuchte Hamas-Mitglieder“ sich in den Reihen der insgesamt 5000 Mitglieder befänden und auch die Stadt Wuppertal bleibt nicht unverschont. Ihr wirft man vor, „mit Hitlers Erben zu schmusen“. Das wird übrigens behauptet, aufgrund des Zitats vom Wuppertaler Uni-Rektor Lambert T. Koch, das man sich aus der „Westdeutschen Zeitung“ bevollmächtigt hat. Der Rektor habe die Stadt gebeten, die Genehmigung zu überdenken, so heißt es in der „Westdeutschen Zeitung“. Überdenken heißt nicht gleich Hamas-Mitglieder oder mit Hitler zu schmusen. Ich habe die Seite dieser Konferenz besucht und mir die Rednerliste einmal angeguckt. Darunter sind u.a. Prof. Abdallah Ashaal (ehemaliger Botschafter Ägyptens, jetziger Präsidentschaftskandidat), Dr. Salman Abusitta (Gründer der Palestine Land Society), Inge Höger (MdB, DIE LINKE), Samir Dilou (Anwalt und Mitglied der Revolution in Tunesien) und Fadwa Barghouti (Anwältin und Ehegattin des Parlamentsabgeordneten der Fatah). Darunter sind Menschen, die einfach beweislos mit Terroristen in Verbindung gebracht werden. Zum Beispiel Prof. Abdallah Ashaal: Er ist Ägypter!!! Neben der Türkei war/ist Ägypten der engste Verbündete im Nahen Osten für Israel. Dass er sich gegen Mubarrak geäußert und gestellt hat, bedeutet nicht, dass er gleich ein Terrorist ist, sondern dass er, wie auch viele andere Ägypter erkannt hat, dass das eigene Land nur noch eine Marionette der israelischen und amerikanischen Politik ist. Dies natürlich unterschwellig zur freiheitlichen und demokratischen Bewegung, die die Revolution erst in Gang brachte.
Fadwa Barghouti ist die Ehefrau eines FATAH!!!!-Parlamentsmitgliedes. Wer sich nur ein ganz klein wenig mit der Politik in Palästina auskennt, der weiß, dass die FATAH und die HAMAS jahrelang Krieg geführt haben. Erst vor kurzem kam es erst zur Versöhnung zwischen diesen beiden Parteien, aber nicht, weil die FATAH sich jetzt der antiisraelischen Meinung der HAMAS angeschlossen hat, sondern weil man endlich in seinem eigenen Land leben, regieren und im Herbst in der UN-Versammlung die Republik Palästina ausrufen will.

So welche Behauptungen unterwandern den Artikel 5 des Grundgesetzes. Es geht darum, nicht von einer höheren Gewalt, zum Beispiel dem Staat, zensiert zu werden, da man kritisch gegenüber dem System ist oder reine Propaganda FÜR den Staat zu veröffentlichen. Die Pressefreiheit wurde im Zuge der humanistischen Bewegung von John Milton und John Locke entwickelt und vom englischen Parlament genehmigt und dann im Laufe der französischen Revolution immer weiter ausgedehnt. Es geht nicht um Menschen oder Gruppierungen zu diffamieren, sondern die WAHRHEIT zu schreiben, aber diesen Gedanken hat man in den Medien auf der ganzen Welt schon lange nicht mehr. Vor allem das Internet wird immer wieder von radikalen Gruppierungen genutzt, um Hass, Hetze und Unwahrheiten zu verbreiten.

Kommen wir zu Absatz 2 des Artikels: Ist es also eine Verletzung der persönlichen Ehre dieser Menschen als HAMAS bzw. Terroristen bezeichnet zu werden? Ist es nicht unmoralisch und verwerflich die Mitglieder und Teilnehmer der Palästinenserkonferenz als „Hitlers Erben“ zu brandmarken? Seid ihr es nicht endlich leid, jegliche Muslime oder insbesondere Palästinenser als Terroristen zu bezeichnen? Ist das wirklich das einzige Argument, was man noch Pro-Israel oder Pro-USA bringen kann? Ich hätte geklagt.
Jon Stewart hat am Montag in seiner Sendung gesagt, dass nun das Symbol (Osama Bin Laden), das in den Köpfen der westlichen Welt den Islam und die arabische, islamische Welt repräsentiert hatte, gestorben ist und dass nun der Westen endlich den Blick frei hat auf die wirkliche arabische Welt und zwar auf die nach Demokratie lechzende arabische Jugend.
Mir fällt es fern hier jetzt antiisraelische oder antiamerikanische Argumente zu bringen, um mein vorher geschriebenes zu untermauern. Auch denke ich nicht darüber nach hier eine Schelte gegen die Politik dieser Länder oder deren „Angehörige“(wie die pi-news) zu verfassen. Ich denke, dass die Zurückhaltung und die tatsächliche Berufung auf die Kernargumente und vor allem auf die Wahrheit ausreichen sollten, um die pi-news zu diskreditieren.



Mittwoch, 13. April 2011
Wo wollen Sie hin, Herr Broder?
Ein Mann, der seit Jahrzehnten den Antisemitismus in Deutschland und der Welt anprangert, die Kritiker Israels und den Verhandlungsführern mit dem Iran direkt das große Wort „Antisemit“ an den so „hasserfüllten“ Kopf wirft, der nach dem ersten Golfkrieg die unzureichende Solidarität und Bekenntnisse Deutschlands bzw. der internationalen Welt hinsichtlich Israel bedauerte und anprangerte, der den Nahost-Konflikt zu sehr hochstilisiert sieht, der eigentlich den Medien die Schuld gibt, dass es überhaupt ein Thema in Deutschland ist oder war, nehmt es sich heraus zu behaupten, dass „1,5 Milliarden Menschen in aller Welt[…] chronisch zum Beleidigtsein neigen“? Wie sollen wir das verstehen, Herr Broder?

Kann es sein, dass sie mit zweierlei Maßen messen? Kann es sein, dass jegliche Kritik gegenüber Israel und dem Judentum gleich als Antisemitismus anzuprangern ist, aber die Kritik bzw. die Diffamierung des Islams nur als „Islamophie“ abgestempelt werden kann?
Die absolute Pauschalisierung der zweitgrößten Weltreligion, mit über 1,5 Milliarden Menschen, von denen vielleicht eine Handvoll Prozent zur Radikalisierung und zum Terrorismus neigen, kann und darf nicht so toleriert werden.
Laut Runnemyde Trust einer Organisation, die für mehr Toleranz in Großbritannien aufruft, sind die folgenden Sätze bzw. Aussagen mehrmals bejaht worden, bei der Befragung „Was ist der Islam?“

- Der Islam ist ein allein stehender monolithischer Block, statisch und für Veränderung unempfänglich.

- Der Islam ist gesondert und fremd, er habe keine gemeinsamen Ziele und Werte mit anderen Kulturen; weder ist er von ihnen beeinflusst noch beeinflusse er sie.

- Der Islam ist dem Westen unterlegen, barbarisch, irrational, primitiv und sexistisch.

- Der Islam ist gewalttätig, aggressiv, bedrohlich, den Terrorismus unterstützend und in einen Kampf der Kulturen verstrickt.

- Der Islam ist eine politische Ideologie, die für politische oder militärische Vorteile genutzt werde.

- Feindseligkeit gegen Muslime ist als natürlich und „normal“ anzusehen.
Die Aussagen gelten in den Medien und vor allem in der Gesellschaft fast jedes westlichen Landes als normale Bemerkungen und fallen so gut wie in jeder Diskussion, wenn es um den Islam geht. Ersetzen wir aber nun, das Wort „Islam“ mit dem Wort „Judentum“, entstehen antisemitische Bemerkungen höchsten Grades und der deutsche Generalrat der Juden würde auf die Barrikaden gehen und Deutschland müsste sich kleinlaut entschuldigen.

Aber JUST FOR FUN:

- Das Judentum ist ein allein stehender monolithischer Block, statisch und für Veränderung unempfänglich.

- Das Judentum ist gesondert und fremd, er habe keine gemeinsamen Ziele und Werte mit anderen Kulturen; weder ist er von ihnen beeinflusst noch beeinflusse er sie.

- Das Judentum ist dem Westen unterlegen, barbarisch, irrational, primitiv und sexistisch.

- Das Judentum ist gewalttätig, aggressiv, bedrohlich, den Terrorismus unterstützend und in einen Kampf der Kulturen verstrickt.

- Das Judentum ist eine politische Ideologie, die für politische oder militärische Vorteile genutzt werde.

- Feindseligkeit gegen Juden ist als natürlich und „normal“ anzusehen.

Klingt wie nationalsozialistische Propaganda von 1938, nicht wahr? Wie kam es zu diesem Unterschied? Wie kam es dazu, dass der Muslim zum Menschen zweiter Klasse oder wie Serdar Somuncu sagt, zum „Ersatzjuden“ wurde?
Wie kann es sein, dass man nicht mehr einzelne Staaten kritisiert, sondern die vorherrschende Religion? Wer Religion und Staat gleichsetzt, sollte sich von politischen Diskussionen fernhalten. Wer nicht unterscheiden kann, dass nicht der Islam, sondern zum Beispiel das Regime unter Khomeini eine Diktatur ist, hat sich mit dem Islam und der Politik des Irans nie beschäftigt. Wer jetzt behauptet, der Islam will keine Aufklärung und sei nicht bereit für Veränderungen, der solle erst mal sehen, in welchen Ländern der Islam als Religion in der Mehrheit ist. Iran, Afghanistan, Indonesien, Saudi-Arabien – islamistische „Republik“, ehem. Diktatur unter den Taliban, faschistische Diktatur, faschistisches Königreich!

Ihr könnt und dürft Religionen mit Staatsformen nicht gleichsetzen!

Natürlich ist es bedauerlich, dass es dort keine Religionsfreiheit gibt oder es immer wieder vorkommt, dass barbarische Todesstrafen für lächerliche Vergehen verhängt werden, aber in welcher Diktatur gab es oder gibt es das nicht? Wie viele neue Synagogen wurden zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gebaut? Ja, ja, ich weiß, Scheiß Nazikeule! Darum geht es im Endeffekt nicht, aber man muss verstehen, dass nicht die Religion dahinter steckt, sondern die Diktatur. Diktaturen, die sich hinter der Religion verstecken und ihrer Bevölkerung höhere Bildung verweigern, damit sie nicht aufmüpfig werden. Lerne so viel, dass du deinem Beruf nachgehen kannst, aber lerne nicht so viel, dass du wirklich verstehst, was für eine Gehirnwäsche wir hier betreiben!

Es gibt zum Beispiel im Gegensatz dazu Paradebeispiele der christlichen Welt! In Äthiopien fordern Kirchenführer das Verbot der Homosexualität und die Todesstrafe für Homosexuelle in die Verfassung aufzunehmen. Das diktatorische Regime ist nicht abgeneigt. Verboten ist es nämlich schon, nur in der Verfassung war es noch nicht. Übrigens ist es absolut straffrei, Homosexuelle anzugreifen oder zu töten.
In den USA wird in Kansas gleichberechtigt zur Evolutionstheorie seit 2005 auch die Theorie des „Intelligent Design“ unterrichtet. Bitter für die Schüler dort, dass die nationalen Verbände der Naturwissenschaften die Urheberrechte für die Evolutionstheorie dem Staat entzogen haben und so gibt es nur die Schöpfungslehre zu unterrichten. Es geht also genau so viel Dummheit, Sturheit und Ignoranz von der christlichen und jüdischen Welt aus, dass man hier wieder mit zweierlei Maße misst. Ist es jetzt genauso hinterwäldlerisch wie der Islam oder ist das nur eine ganz kleine Gruppe in Kansas, die nicht das Christentum allgemein repräsentiert?

Die Opferrolle ist natürlich immer einfacher zu bedienen. Sie haben sich diese auch zu Eigen gemacht, Herr Broder! Natürlich ist es schwach, einseitig und rassistisch, dem Judentum die Schuld „an allem“ zu geben, aber genauso so falsch ist es auch, sich selbst immer angegriffen zu sehen. Wenn ich also Israel kritisiere für ihre Siedlungspolitik im besetzten Palästina, dann ist es mir eigentlich scheiß egal, welche Religion der Mann hat, der das entscheidet! Wenn jemand vor mir die Selbstmordattentäter in egal welchen Ländern kritisiert, dann bin ich genauso betroffen als Moslem für die Opfer wie der Christ, der mich darauf aufmerksam macht und mich auch noch fragt, wieso „wir“ so etwas machen würden.

Egal, wie man auch vorgeht oder wo man auch sucht, man findet in allen Weltreligionen radikale oder faschistische Gruppen, die nur einen Zweck erfüllen wollen und zwar die Angst und den Hass gegenüber der anderen. Seien es die Zionisten, die Islamisten oder die radikalen Christen, alle sehen sich als die einzig wahre Religion an und begründen ihre Mittel mit der Religion, dabei sollte dem aufgeklärten Menschen, doch eigentlich klar sein, dass es keine wahre Religion gibt (anderes noch viel kontroverseres Thema).

In Zeiten, wo Menschen, vor allem Kinder, unter erbärmlichen Umständen jeden Tag an Hunger und Krieg sterben, sollten wir uns nicht mit belanglosen Sachen wie dem Unterschied unserer Religionen auseinander setzen.
Vielmehr sollten wir Antworten darauf finden, wie sich die Anführer dieser Gruppierungen profilieren und es schaffen Armut und Missstände für ihre Zwecke zu missbrauchen oder noch besser, wie man diese Armut und Missstände beheben kann, bevor man im Weltsicherheitsrat entscheidet, sie in genau diese wieder zurück zu bomben und noch mehr Hass zu schüren.