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Wo wollen Sie hin, Herr Broder?
Ein Mann, der seit Jahrzehnten den Antisemitismus in Deutschland und der Welt anprangert, die Kritiker Israels und den Verhandlungsführern mit dem Iran direkt das große Wort „Antisemit“ an den so „hasserfüllten“ Kopf wirft, der nach dem ersten Golfkrieg die unzureichende Solidarität und Bekenntnisse Deutschlands bzw. der internationalen Welt hinsichtlich Israel bedauerte und anprangerte, der den Nahost-Konflikt zu sehr hochstilisiert sieht, der eigentlich den Medien die Schuld gibt, dass es überhaupt ein Thema in Deutschland ist oder war, nehmt es sich heraus zu behaupten, dass „1,5 Milliarden Menschen in aller Welt[…] chronisch zum Beleidigtsein neigen“? Wie sollen wir das verstehen, Herr Broder?
Kann es sein, dass sie mit zweierlei Maßen messen? Kann es sein, dass jegliche Kritik gegenüber Israel und dem Judentum gleich als Antisemitismus anzuprangern ist, aber die Kritik bzw. die Diffamierung des Islams nur als „Islamophie“ abgestempelt werden kann?
Die absolute Pauschalisierung der zweitgrößten Weltreligion, mit über 1,5 Milliarden Menschen, von denen vielleicht eine Handvoll Prozent zur Radikalisierung und zum Terrorismus neigen, kann und darf nicht so toleriert werden.
Laut Runnemyde Trust einer Organisation, die für mehr Toleranz in Großbritannien aufruft, sind die folgenden Sätze bzw. Aussagen mehrmals bejaht worden, bei der Befragung „Was ist der Islam?“
- Der Islam ist ein allein stehender monolithischer Block, statisch und für Veränderung unempfänglich.
- Der Islam ist gesondert und fremd, er habe keine gemeinsamen Ziele und Werte mit anderen Kulturen; weder ist er von ihnen beeinflusst noch beeinflusse er sie.
- Der Islam ist dem Westen unterlegen, barbarisch, irrational, primitiv und sexistisch.
- Der Islam ist gewalttätig, aggressiv, bedrohlich, den Terrorismus unterstützend und in einen Kampf der Kulturen verstrickt.
- Der Islam ist eine politische Ideologie, die für politische oder militärische Vorteile genutzt werde.
- Feindseligkeit gegen Muslime ist als natürlich und „normal“ anzusehen.
Die Aussagen gelten in den Medien und vor allem in der Gesellschaft fast jedes westlichen Landes als normale Bemerkungen und fallen so gut wie in jeder Diskussion, wenn es um den Islam geht. Ersetzen wir aber nun, das Wort „Islam“ mit dem Wort „Judentum“, entstehen antisemitische Bemerkungen höchsten Grades und der deutsche Generalrat der Juden würde auf die Barrikaden gehen und Deutschland müsste sich kleinlaut entschuldigen.
Aber JUST FOR FUN:
- Das Judentum ist ein allein stehender monolithischer Block, statisch und für Veränderung unempfänglich.
- Das Judentum ist gesondert und fremd, er habe keine gemeinsamen Ziele und Werte mit anderen Kulturen; weder ist er von ihnen beeinflusst noch beeinflusse er sie.
- Das Judentum ist dem Westen unterlegen, barbarisch, irrational, primitiv und sexistisch.
- Das Judentum ist gewalttätig, aggressiv, bedrohlich, den Terrorismus unterstützend und in einen Kampf der Kulturen verstrickt.
- Das Judentum ist eine politische Ideologie, die für politische oder militärische Vorteile genutzt werde.
- Feindseligkeit gegen Juden ist als natürlich und „normal“ anzusehen.
Klingt wie nationalsozialistische Propaganda von 1938, nicht wahr? Wie kam es zu diesem Unterschied? Wie kam es dazu, dass der Muslim zum Menschen zweiter Klasse oder wie Serdar Somuncu sagt, zum „Ersatzjuden“ wurde?
Wie kann es sein, dass man nicht mehr einzelne Staaten kritisiert, sondern die vorherrschende Religion? Wer Religion und Staat gleichsetzt, sollte sich von politischen Diskussionen fernhalten. Wer nicht unterscheiden kann, dass nicht der Islam, sondern zum Beispiel das Regime unter Khomeini eine Diktatur ist, hat sich mit dem Islam und der Politik des Irans nie beschäftigt. Wer jetzt behauptet, der Islam will keine Aufklärung und sei nicht bereit für Veränderungen, der solle erst mal sehen, in welchen Ländern der Islam als Religion in der Mehrheit ist. Iran, Afghanistan, Indonesien, Saudi-Arabien – islamistische „Republik“, ehem. Diktatur unter den Taliban, faschistische Diktatur, faschistisches Königreich!
Ihr könnt und dürft Religionen mit Staatsformen nicht gleichsetzen!
Natürlich ist es bedauerlich, dass es dort keine Religionsfreiheit gibt oder es immer wieder vorkommt, dass barbarische Todesstrafen für lächerliche Vergehen verhängt werden, aber in welcher Diktatur gab es oder gibt es das nicht? Wie viele neue Synagogen wurden zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gebaut? Ja, ja, ich weiß, Scheiß Nazikeule! Darum geht es im Endeffekt nicht, aber man muss verstehen, dass nicht die Religion dahinter steckt, sondern die Diktatur. Diktaturen, die sich hinter der Religion verstecken und ihrer Bevölkerung höhere Bildung verweigern, damit sie nicht aufmüpfig werden. Lerne so viel, dass du deinem Beruf nachgehen kannst, aber lerne nicht so viel, dass du wirklich verstehst, was für eine Gehirnwäsche wir hier betreiben!
Es gibt zum Beispiel im Gegensatz dazu Paradebeispiele der christlichen Welt! In Äthiopien fordern Kirchenführer das Verbot der Homosexualität und die Todesstrafe für Homosexuelle in die Verfassung aufzunehmen. Das diktatorische Regime ist nicht abgeneigt. Verboten ist es nämlich schon, nur in der Verfassung war es noch nicht. Übrigens ist es absolut straffrei, Homosexuelle anzugreifen oder zu töten.
In den USA wird in Kansas gleichberechtigt zur Evolutionstheorie seit 2005 auch die Theorie des „Intelligent Design“ unterrichtet. Bitter für die Schüler dort, dass die nationalen Verbände der Naturwissenschaften die Urheberrechte für die Evolutionstheorie dem Staat entzogen haben und so gibt es nur die Schöpfungslehre zu unterrichten. Es geht also genau so viel Dummheit, Sturheit und Ignoranz von der christlichen und jüdischen Welt aus, dass man hier wieder mit zweierlei Maße misst. Ist es jetzt genauso hinterwäldlerisch wie der Islam oder ist das nur eine ganz kleine Gruppe in Kansas, die nicht das Christentum allgemein repräsentiert?
Die Opferrolle ist natürlich immer einfacher zu bedienen. Sie haben sich diese auch zu Eigen gemacht, Herr Broder! Natürlich ist es schwach, einseitig und rassistisch, dem Judentum die Schuld „an allem“ zu geben, aber genauso so falsch ist es auch, sich selbst immer angegriffen zu sehen. Wenn ich also Israel kritisiere für ihre Siedlungspolitik im besetzten Palästina, dann ist es mir eigentlich scheiß egal, welche Religion der Mann hat, der das entscheidet! Wenn jemand vor mir die Selbstmordattentäter in egal welchen Ländern kritisiert, dann bin ich genauso betroffen als Moslem für die Opfer wie der Christ, der mich darauf aufmerksam macht und mich auch noch fragt, wieso „wir“ so etwas machen würden.
Egal, wie man auch vorgeht oder wo man auch sucht, man findet in allen Weltreligionen radikale oder faschistische Gruppen, die nur einen Zweck erfüllen wollen und zwar die Angst und den Hass gegenüber der anderen. Seien es die Zionisten, die Islamisten oder die radikalen Christen, alle sehen sich als die einzig wahre Religion an und begründen ihre Mittel mit der Religion, dabei sollte dem aufgeklärten Menschen, doch eigentlich klar sein, dass es keine wahre Religion gibt (anderes noch viel kontroverseres Thema).
In Zeiten, wo Menschen, vor allem Kinder, unter erbärmlichen Umständen jeden Tag an Hunger und Krieg sterben, sollten wir uns nicht mit belanglosen Sachen wie dem Unterschied unserer Religionen auseinander setzen.
Vielmehr sollten wir Antworten darauf finden, wie sich die Anführer dieser Gruppierungen profilieren und es schaffen Armut und Missstände für ihre Zwecke zu missbrauchen oder noch besser, wie man diese Armut und Missstände beheben kann, bevor man im Weltsicherheitsrat entscheidet, sie in genau diese wieder zurück zu bomben und noch mehr Hass zu schüren.
desue am 13. April 11
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